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Stiftungsfonds Zivile Seenotrettung vergibt Nothilfe Gelder für Organisationen an der europäischen Außengrenze

  • Der Stiftungsfonds Zivile Seenotrettung berichtet über die Arbeit der vergangenen Monate
  • Es werden zusätzliche Gelder in Zusammenarbeit mit #UnitedWeStream und #LeaveNoOneBehind generiert und so schnell wie möglich an Organisationen, die Nothilfe auf den griechischen Inseln leisten, vergeben
  • Der Stiftungsfonds Zivile Seenotrettung schließt sich der Forderung nach umgehender Evakuierung der Lager auf den griechischen Inseln an

Der Stiftungsfonds zivile Seenotrettung hat im Oktober 2019 seine Arbeit aufgenommen und seither 13 Anträge positiv entschieden und eine Finanzierung der Projekte von insgesamt 535.003,57 Euro ermöglicht. Damit konnten neue Projekte auf den Weg gebracht, bestehende Organisationen bei der Entwicklung unterstützt und kurzfristige finanzielle Unterstützung in Fällen der Kriminalisierung geleistet werden.

Von den bisher geförderten Projekten engagieren sich fünf Projekte im und um das zentrale Mittelmeer, vier beschäftigen sich mit der Situation von Geflüchteten auf und um die griechischen Inseln und zwei Projekte sind in die Verteidigung von kriminalisierten und illegalisierten Menschen involviert. Ein weiteres Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, grundsätzlich über die Situation an den europäischen Außengrenzen zu berichten.

“In den letzten Monaten haben wir vor allem Projekte unterstützen können, die Schwierigkeiten hatten, auf andere Förderungsmöglichkeiten zurückzugreifen. Somit konnten wir wichtige Arbeit finanzieren, die andernfalls nicht machbar gewesen wäre, wie eine Rettungsmission im Mittelmeer, die aufgrund mangelnder Spenden drohte nicht stattfinden zu können, oder neue SAR Assets auf den griechischen Inseln. Auch haben wir ein besonderes Augenmerk auf Projekte gelegt, die sich langfristig und nachhaltig für die Unterstützung von Geflüchteten einsetzen, wie ein Projekt für kostenlose Rechtsberatung von Geflüchteten auf den griechischen Inseln oder wissenschaftliche Dokumentationen von Menschenrechtsverletzungen an den Außengrenzen. Denn: Uns war es besonders wichtig, dass die geplanten Projekte nicht nur für einen kurzen Zeitraum Hilfe leisten, sondern diese auch über einen längeren Zeitraum garantieren können. Ein weiterer Fokus in den geförderten Projekten ist ihre Solidarität mit Geflüchteten und ihren Familien. So konnten wir eine Veranstaltung finanzieren, die den Angehörigen eines Bootsunglücks im Mittelmeer die Möglichkeit gab, ihren Familienmitglieder auf besondere Art und Weise zu erinnern, oder eine Finanzierung ermöglichen, die angeklagten Geflüchteten bestmögliche Rechtshilfe gewährleistet. In den letzten Wochen haben wir uns vor allem auf Projekte fokussiert, die sich angesichts der drohenden Katastrophe durch die Verbreitung des COVID-19 Virus für Geflüchtete auf den griechischen Inseln einsetzen.”

sagt Mattea Weihe, die für Civilfleet Support e.V im Gremium ist.

Die Aussetzung des Asylrechts in Griechenland ist ein Skandal, welcher aktuell keinerlei Beachtung findet. Die Juristin Sophie Scheytt, die Sea Watch e.V im Stiftungsfonds vertritt, dazu:

“Es ist ein Armutszeugnis für die Friedensnobelpreisträgerin EU und ihre Mitgliedstaaten, dass Menschenrechte an europäischen Außengrenzen nicht gelten. Die Idee, unveräußerliche Rechte für einen Monat außer Kraft zu setzen, ist eine Bankrotterklärung für die Demokratie.”

Wir können beobachten, wie sich europäische Staaten in Nationalismus und nationalstaatliche Alleingänge zurückziehen. Es sind Länder wie China oder Kuba, die dem krisengebeutelten Italien zur Hilfe kommen während sich andere europäische Länder wenig solidarisch zeigen. Darunter leiden marginalisierte Gruppen – wie Geflüchtete und illegalisierte Menschen – am meisten.

Daher hat sich der Stiftungsfonds Zivile Seenotrettung zusammen mit #UnitedWeStream und #LeaveNoOneBehind entschieden, schnelle und unkomplizierte Unterstützung zu schaffen, um finanzielle Hilfe dort zu leisten, wo sie heute am dringendsten benötigt wird: Vor Ort und bei Organisationen, die schnelle und kreative Lösungen finden, um einen Ausbruch des Virus in den überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln, aber auch überall in Europa zu verhindern. Auch Organisationen, die Rechtshilfe leisten, gehören zu jenen, die wir aktuell besonders unterstützen möchten.